Hilft Johanniskraut bei Depressionen?


Antidepressivum aus der Natur
Deprimierter Mann blickt auf eine Pillendose. Wenn Antidepressiva keine Option sind, können Depressive eine Therapie mit Johanniskraut versuchen.
Monika Wisniewska/Shutterstock.com

Pflanzliche Wirkstoffe sind nicht zu unterschätzen – in einigen Fällen können sie durchaus mit ihren chemischen Verwandten mithalten. So zeigen zum Beispiel Studien mit Johanniskraut, dass der Pflanzenextrakt in einigen Fällen ähnlich gut wie synthetische Antidepressiva hilft.

Bei leichten und mittelschweren Depressionen

Eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, deren Behandlung unbedingt in fachliche Hände gehört. Viele Patient*innen profitieren dann von einer Psychotherapie in Kombination mit Antidepressiva. Auch die Natur hat gegen Depressionen etwas zu bieten: nämlich die Extrakte aus dem Johanniskraut. Eine große Überblicksstudie zeigt, dass die Präparate bei leichten und mittelschweren Depressionen ähnlich gut helfen wie chemische Antidepressiva.

Mehr als ein Placebo-Effekt

In der Überblicksarbeit fassten die Forscher*innen die Ergebnisse mehrerer kleineren Studien zusammen, so dass sie die Ergebnisse von insgesamt über 6000 Teilnehmenden auswerten konnten. Alle Studien hatten eine gute Qualität. Sie waren zum Beispiel placebo-kontrolliert: Eine Gruppe erhielt also Johanniskraut, die andere nur ein Placebo, also ein Präparat ohne Wirkstoff. So lässt sich ausschließen, dass der Effekt nur auf die positive Erwartungshaltung der Proband*innen zurückzuführen ist.

Gut verträgliche Alternative

In der Wirkung schnitt das Johanniskraut nicht nur deutlich besser ab als das Placebo, sondern auch ähnlich gut wie synthetische Antidepressiva. Nachgewiesen wurde der Effekt für acht Wochen, danach endeten die Studien. Studien für schwere Depressionen gibt es allerdings nicht, hier ist keine Aussage über die Wirkung möglich.Ein Vorteil von Johanniskraut gegenüber synthetischen Präparaten könnte die bessere Verträglichkeit sein. Dennoch kann es auch hier zu Nebenwirkungen kommen, etwa zu Übelkeit oder Kopfschmerzen. Unter Johanniskraut sollte man zudem die Sonne meiden, weil es sonst schnell zu sonnenbrand-ähnlichen Hautirritationen kommt.

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten abklären

Die Einnahme von Johanniskraut sollte man immer mit der Apotheker*in oder Ärzt*in absprechen. In vielen Fällen verändert Johanniskraut nämlich die Wirkung gleichzeitig eingenommener Medikamente. So lässt etwa der Verhütungsschutz der Antibaby-Pille nach. Außerdem darf man Johanniskraut nicht mit anderen Antidepressiva kombinieren, weil sich die Nebenwirkungen dann meist verstärken.

Quelle: www.medizin-transparent.at

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